Die klassische Kur gibt es in Königstein kaum noch - private Kurgäste sind nach den Gesundheitsreformen ausgeblieben und die Königsteiner Kliniken können den Patienten ausgezeichnete Therapiemöglichkeiten hausintern anbieten. Die Folge ist ein steigender Subventionsbedarf der städtischen Kureinrichtungen.
Königstein muss deshalb an seiner neuen Position als Wellness- und Gesundheitsstadt weiter arbeiten. Das Geschäft mit Selbstzahlern boomt - im Wellnessmarkt werden jährlich zweistellige Milliardenbeträge umgesetzt. Und Königstein hat beste Voraussetzungen: Eine reizvolle Stadt in einer wunderschönen landschaftlichen Umgebung mit einem besonderen Klima. Das bietet auch im Wellness-Bereich neue Chancen für einen ganzheitlichen Ansatz.
Das Kurbad muss nach 28 Jahren Betrieb grundlegend saniert werden. Die Idee, das Bad mit Hilfe privater Investoren zu neuen, aktuellen Gesundheits- und Wellnessangeboten hin umzubauen, hat sich als nicht tragfähig erwiesen: Diese Investoren verlangen von den Kommunen ausnahmslos eine Beteiligung an den Verlusten und übertragen in der Regel alle Geschäftsrisiken auf die Städte. Daher haben wir uns entschieden, das Angebot des Landes Hessen anzunehmen und mit Hilfe von Landesmitteln und Eigenkapital das Kurbad selbst zu sanieren. Aus der Analyse der Kundengruppen und der vergleichbaren Bäder im Umfeld zeigt sich: Gut umgesetzt, kann ein solches Konzept die Verluste kräftig senken und so den städtischen Haushalt entlasten. Bewiesen haben wir dies, indem wir gemeinsam mit der Geschäftsführung der Kurgesellschaft die Verluste seit 2006 etwa halbiert haben - und dies mit einer im wesentlichen fast 35 Jahre alten Bausubstanz.
Die Attraktivität Königsteins lebt von einer intakten Umwelt. Die Wälder rings um unsere Stadt sind für das bekannte Heilklima unerlässliche Voraussetzung. Der Heilklimapark hat dieses Thema mit Erfolg aufgenommen. Die Stadt kann so von der Natur im Umfeld profitieren. Auch deshalb dürfen die Wälder und Wiesen um unsere Stadt nicht neuen Baugebieten weichen. Der Schutz der Umwelt zielt gerade auch auf den Schutz des Menschen: Deshalb müssen Maßnahmen des Umweltschutzes das Interesse der Menschen berücksichtigen. Gutes Beispiel war die neue Baumschutzsatzung, die sich auf die wirklich großen Bäume beschränkt und so eine überflüssige Gängelung der Bürger ausschließt.